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Deine Stillreise - meine Poesie

  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Für die Mama, deren Stillgeschichte anders begann, als sie es sich gewünscht hatte.

Vielleicht hast du dir den Anfang ganz anders vorgestellt.

Du hast dein Baby im Arm, legst es an deine Brust und irgendwo in dir denkst du:

„Jetzt. Jetzt beginnt es.“

Ganz natürlich. Ganz selbstverständlich. Du und dein Baby.

Doch manchmal schreibt das Leben die ersten Seiten anders.

Die Geburt war schwer. Ihr wart vielleicht getrennt. Es gab Termine, Gewichte, Milliliter, Uhren und Pläne.

„Wir müssen zufüttern.“

„Ihre Milch ist noch nicht da.“

„Pumpen Sie mal.“

„Legen Sie alle drei Stunden an.“

Und du hast getan, was man dir gesagt hat.

Natürlich hast du das.

Du bist Mama. Du willst, dass dein Baby satt ist. Dass es ihm gut geht.

Und irgendwann sitzt du da, mit deiner Pumpe neben dir, deinem Baby im Arm und diesem kleinen Zweifel im Herzen:

„Warum klappt das bei mir nicht?“

Aber vielleicht warst nicht du das Problem.

Vielleicht war einfach der Anfang schwer.

Denn Stillen braucht manchmal nicht mehr Willenskraft.

Sondern Zeit. Nähe. Ruhe. Vertrauen. Und jemanden, der wirklich hinschaut.

Jemanden, der nicht nur fragt, wie viele Milliliter dein Baby getrunken hat, sondern auch:

„Wie geht es eigentlich dir?“

Und dann kommen sie.

Die Stimmen von außen.

„Bei mir hat das super geklappt.“

„Bei mir hat es überhaupt nicht funktioniert.“

„Das Kind wird doch nicht satt.“

„Gib ihm doch einfach ein Fläschchen.“

„Du machst dich viel zu verrückt.“

„Also ich würde das ja anders machen.“

Und plötzlich ist da so viel Meinung für eine Geschichte, nach der niemand gefragt hat.

Dabei ist es doch eure Geschichte.

Deine Brust. Dein Baby. Euer Weg.

Du stillst – jemand findet es zu lange.

Du stillst nicht – jemand fragt, warum du nicht mehr gekämpft hast.

Du gibst eine Flasche – jemand weiß, wie du es besser hättest machen können.

Du pumpst – jemand erklärt dir, warum das doch viel zu anstrengend ist.

Und egal, was du tust:

Irgendjemand weiß es besser.

Selbst wenn du übers Wasser laufen könntest, würde wahrscheinlich noch jemand rufen:

„Na toll. Zum Schwimmen bist du trotzdem zu doof.“

Also bitte, liebe Mama:

Lass nicht jede Stimme zu deiner eigenen werden.

Du musst dich nicht rechtfertigen.

Du musst nicht jede Meinung hören.

Und du musst schon gar nicht jede Meinung glauben.

Wenn du stillen möchtest, dann wünsche ich dir Menschen, die dich darin stärken.

Menschen, die dich ansehen und sagen:

„Du kannst das.“

Nicht:

„Du musst.“

Denn ja, ich glaube an die Kraft des Stillens.

An diese besondere Nähe. An die Wärme eines kleinen Körpers an deiner Brust. An diesen Moment, wenn dein Baby trinkt und für einen Augenblick die ganze Welt ganz leise wird.

Aber ich glaube genauso daran, dass eine Mutter mehr ist als die Art, wie ihr Baby ernährt wird.

Eine Flasche macht ihre Liebe nicht kleiner.

Ein schwieriger Stillstart macht sie nicht zu einer schlechteren Mutter.

Und Zufüttern ist kein Versagen.

Du hast dein Baby versorgt.

Vielleicht hast du Entscheidungen getroffen, als du müde warst. Als du Angst hattest. Als du selbst noch gar nicht wusstest, was du eigentlich möchtest.

Du hast getan, was du in diesem Moment für richtig gehalten hast.

Du hast es nicht verbockt.

Vielleicht hattet ihr einfach keinen leichten Anfang.

Und vielleicht ist eure Geschichte noch lange nicht zu Ende.

Vielleicht finden wir einen Weg zurück.

Vielleicht verändert sich etwas, wenn endlich jemand zuhört.

Vielleicht wird aus dem Stillen, das am Anfang so schwer war, irgendwann etwas ganz Leichtes.

Vielleicht stillst du voll.

Vielleicht teilweise.

Vielleicht anders, als du es dir vorgestellt hast.

Und vielleicht führt euer Weg irgendwann von der Brust weg.

Auch dann bist du keine gescheiterte Stillmutter.

Du bist einfach eine Mama, die ihren Weg gegangen ist.

Mit ihrem Baby. Mit ihrem Herzen. Mit allem, was war.

Und wenn du zu mir kommst, möchte ich dir nicht sagen, wie du es machen musst.

Ich möchte mit dir schauen.

Was brauchst du?

Was braucht dein Baby?

Was ist möglich?

Was fühlt sich für euch richtig an?

Und vielleicht findest du dabei nicht nur einen Weg zum Stillen.

Vielleicht findest du etwas viel Wichtigeres wieder:

Vertrauen.

In dich.

In deinen Körper.

In dein Baby.

Und in eure ganz eigene Geschichte.

Denn deine Stillreise muss nicht perfekt sein.

Sie darf einfach eure sein. ❤️

DianaStillberatung Diana Stabl · IBCLC

 
 
 

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