Deine Stillreise – meine Poesie - Teil 2
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Für die Mama, die ihr Wunschkind liebt und sich trotzdem manchmal nach ihrem alten Leben sehnt.
Vor ein paar Wochen bist du Mama geworden.
Von deinem Wunschkind.
Vielleicht hast du so lange auf diesen Moment gewartet. Hast dir ausgemalt, wie es sein würde. Wie du dein Baby im Arm hältst, wie es an deiner Brust liegt, wie ihr euch kennenlernt.
Und jetzt ist es da.
Du liebst dieses kleine Wesen.
Und trotzdem gibt es Momente, in denen du denkst:
„Oh Gott. Ich kann das nicht.“
Nicht das Baby.
Nicht die Liebe.
Sondern dieses Gefühl, plötzlich nicht mehr nur dir selbst zu gehören.
Denn von einem Tag auf den anderen ist da ein kleiner Mensch, dessen Hunger, dessen Nähe, dessen Schlaf und dessen Leben so eng mit deinem verbunden sind.
Und beim Stillen wird das manchmal besonders deutlich.
Du bist die Brust. Du bist die Nahrung. Du bist der Ort, an dem dein Baby satt wird, zur Ruhe kommt, einschläft und Trost findet.
Und irgendwann denkst du vielleicht:
„Wenn ich nicht stillen würde, wäre doch alles viel einfacher.“
Dann könnte auch mal jemand anderes.
Dann wärst du nicht ständig gefragt.
Dann könntest du vielleicht einfach mal raus. Einfach mal schlafen. Einfach mal wieder du sein.
Und weißt du was?
Du darfst das denken.
Du darfst dich überwältigt fühlen.
Du darfst dein Baby über alles lieben und trotzdem manchmal dein altes Leben vermissen.
Du darfst glücklich sein und gleichzeitig erschöpft. Dankbar und gleichzeitig genervt. Verliebt und gleichzeitig verzweifelt.
Diese Gefühle widersprechen sich nicht.
Sie machen dich nicht zu einer schlechten Mutter.
Sie machen dich zu einer Frau, deren ganzes Leben sich gerade verändert hat.
Und vielleicht fühlt sich das Stillen gerade noch an wie etwas, das dich festhält. Als wärst du geknechtet von einem kleinen Menschen, der dich alle zwei Stunden braucht.
Aber vielleicht verändert sich das noch.
Stillen darf erst einmal wachsen.
Ihr müsst euch kennenlernen.
Dein Baby muss lernen, wie deine Brust funktioniert. Dein Körper muss lernen, wie viel Milch dein Baby braucht. Und du musst lernen, deinem Baby zu vertrauen.
Viele Mamas erleben irgendwann diesen Moment, an dem sich etwas verändert.
Plötzlich musst du nicht mehr ständig überlegen. Nicht mehr rechnen. Nicht mehr planen. Nicht mehr denken:
„Wann muss ich wieder stillen?“
Du stillst einfach.
Du legst dein Baby an und machst weiter mit deinem Leben.
Und irgendwann merkst du:
„Ach. Das ist ja plötzlich ganz leicht.“
Vielleicht nach einigen Wochen. Vielleicht früher. Vielleicht später.
Und vielleicht sitzt du dann irgendwann da und stillst dein Baby seit sechs Monaten. Oder einem Jahr. Oder eineinhalb. Oder zwei.
Und denkst:
„Ich hätte damals niemals gedacht, dass wir so weit kommen.“
Aber vielleicht musst du heute auch noch gar nicht wissen, wie lange du stillen möchtest.
Du musst heute keine Entscheidung für die nächsten zwei Jahre treffen.
Du musst nur heute schaffen.
Und morgen ist ein neuer Tag.
Hör dabei auf dich.
Auf dein Gefühl.
Auf dieses leise Wissen in dir, das manchmal viel schneller weiß, was richtig ist, als jeder Ratgeber.
Du wirst Menschen begegnen, die dir sagen, was du tun sollst.
Experten. Ratgeber. Social Media. Mütter. Familie. Menschen mit guten Absichten.
Und manchmal auch Menschen, die sehr überzeugt davon sind, dass es nur einen richtigen Weg gibt.
Aber Mutterschaft ist nicht schwarz und weiß.
Dein Baby ist kein Lehrbuch.
Und du bist keine Checkliste.
Wenn sich etwas für dich falsch anfühlt, darfst du innehalten.
Du darfst sagen:
„Nein. Das fühlt sich für mich nicht richtig an.“
Auch wenn jemand anderes das für eine schlechte Entscheidung hält.
Denn du kennst dein Baby.
Du siehst seine kleinen Veränderungen. Du hörst seinen besonderen Laut. Du weißt, wie es schaut, wenn es müde wird. Du weißt, wie es sich an dich kuschelt.
Du kennst es auf eine Weise, wie es niemand sonst kann.
Du bist seine Mama.
Und dieses Bauchgefühl, diese Intuition, dieses manchmal ganz leise „Irgendwas stimmt hier nicht“ oder „Das fühlt sich richtig an“ – das darfst du ernst nehmen.
Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nicht alles wissen.
Du musst nicht jede Empfehlung befolgen.
Du musst nicht Instagram-Mama sein.
Du musst keinem Dogma entsprechen.
Du darfst deinen eigenen Weg finden.
Und weißt du, was ich dir von Herzen sagen möchte?
Du machst das gut.
Auch an den Tagen, an denen du weinst.
Auch an den Tagen, an denen du dich nach Freiheit sehnst.
Auch an den Tagen, an denen du denkst:
„Ich kann nicht mehr.“
Du bist trotzdem die beste Mama, die dein Baby haben kann.
Nicht, weil du alles richtig machst.
Sondern weil du seine Mama bist.
Und weil du jeden Tag neu versuchst, herauszufinden, was ihr braucht.
Vielleicht ist genau das Mutterschaft:
Nicht plötzlich alles zu können.
Sondern gemeinsam hineinzuwachsen.
Du musst heute noch nicht wissen, wie eure Geschichte weitergeht.
Du darfst einfach heute Mama sein.
Mit allem, was dazugehört.
Mit der Liebe. Mit der Müdigkeit. Mit der Überforderung. Mit dem Glück. Mit den Tränen. Mit dem Lachen. Mit deinem Baby an deiner Brust und manchmal auch mit dem Wunsch, einfach mal wieder ganz allein zu sein.
Alles davon darf da sein.
Und nichts davon macht dich zu einer schlechteren Mama.
Es macht dich zu einer echten.
Und du machst das verdammt gut. ❤️
— DianaStillberatung Diana Stabl · IBCLC




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